Willkommen in Güllen. Pleite, perspektivlos und moralisch völlig unbezahlbar. Behauptet zumindest jeder.
Dann erscheint Claire Zachanassian. Milliardärin. Ehemalige Bürgerin. Und sie hat ein Angebot dabei, das die Stadt auf einen Schlag sanieren könnte: unbegrenzter Wohlstand gegen ein einziges Menschenleben. Die Antwort ist selbstverständlich ein entschiedenes Nein. Ein empörtes Nein. Ein zutiefst moralisches Nein. Doch plötzlich werden auf Pump neue Autos gekauft, teure Anzüge getragen und lang gehegte Prinzipien erstaunlich großzügig ausgelegt. Denn wer kann sich Moral schon leisten, wenn endlich Geld da ist? Eine bissige Abrechnung mit einer Gesellschaft, die ihre Werte so lange verteidigt, bis jemand den Scheck ausstellt. Zwischen schwarzem Humor und beklemmender Aktualität stellt sich die Frage: Was würden wir tun? Und falls die Antwort „niemals“ lautet – warum wirkt der Grabstein dann schon so passend?