Auf der Suche nach Odysseus

Die alte Sage des Homer wird hier durch einen Perspektivenwechsel etwas anders erzählt, nämlich aus der Sicht eines Kindes bzw. Jugendlichen. Im Zentrum des Stückes von Charles Way steht Odysseus’ Sohn Telemach. Der Vater ist vom Krieg mit Troja nicht heimgekehrt. Ihn kennt Telemach nur vom Erzählen.
Mit dem Holzschwert träumt Telemach auf Ithakas Königshof von Papas Heldentaten. In seinem Kinderzimmer haut er die imaginären Feinde reihenweise aus den Sätteln. Ha! Papa ist der Stärkste, der größte, der klügste, der ruhmreichste aller antiken Supermänner. Mit der als Junge verkleideten, ständig Gurke kauenden Göttin Athene macht er sich auf die abenteuerliche und gefährliche Suche nach seinem Vater Odysseus. Auf einem schlingernden Floß reist er Odysseus Spuren nach. Doch das Bild vom Vater gerät ins Wanken: Überall stolpert er über die Schlechtigkeiten, die sein Vater hinterließ. So betört ihn auch die schillernd schöne Hexe Kalypso, bei der sein Vater lebte, Telemach muss dem Zorn des Meeresgottes Poseidon trotzen, strandet auf der grünen Insel Phäakien und tötet den einäugigen Menschenfresser, den Zyklopen Polyphem.
Ständig ist er im Wettlauf zwischen Leben und Tod. Dann findet er seinen Vater! Doch wer ist diese müde, ausgebrannte menschliche Hülle?

Auf der Suche nach seinem Vater stellen sich Telemach viele Fragen: “Wer ist mein Vater wirklich? Welches Bild habe ich von ihm? Stimmt das Bild, das mir vermittelt wird, mit der Realität überein?” – Das Stück hat dadurch brandaktuellen Bezug. Kinder haben ein Recht auf diese Fragen, “und sie müssen zu ihrer eigenen Entwicklung den Dialog mit der abwesenden Generation finden. Ways Stück ermuntert die jungen Theaterbesucher, sich auf diese Suche zu begeben. Telemachs Erkenntnis ist ernüchternd, denn sein Vater kommt nicht als strahlender Held zurück … Fast wie im richtigen Leben?” (H. Fangauf)
Wir erfahren “Telemachs Entwicklung vom kindlichen Vaterbewunderer über Enttäuschung bei der Reise auf Odysseus’ Spuren bis hin zur erwachenden Charakterfestigkeit.” Allgemeiner ausgedrückt: Das Bröckeln von Vorbildern fördert das Erwachsenwerden …

“Ich hab an ihn geglaubt. Ich hab ihn in Gedanken geliebt.
Alle, die ihn liebten, behandelte er wie Dreck.
Ich will meinen Vater nicht mehr finden.”

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25 Jahre theater im e.novum

25 Jahre theater im e.novum - Geburtstagstorte am 28. Juni 2026

Liebes Publikum, große Freude wirft ihren Schatten voraus. Wir haben für euch hinreißende Inszenierungen, überraschende Ereignisse und eine große Feier am Ende der Spielzeit. Denn zu feiern gibt es in diesem Jahr vor allem eins – unser theater im e.novum. Es wird 25 Jahre jung.

Wir feiern die Menschen, die das Theater jeden Tag zu dem machen, was es ist. Ein lebendiger Ort in der Stadt, an dem Menschen sich begegnen, die eins eint – die Liebe zum Theaterspielen und dem Schritt auf die Bühne.

Konfetti! Geburtstagstorte am 28.06.2026! Willkommen!

Euer theater im e.novum Team