sel
Lüneburg.
Küssen
kann er gut, der junge König
Drosselbart, der sich Hals über Kopf
in die ebenso schöne wie zickige
Prinzessin verliebt. Aber natürlich
kann die verwöhnte Königstochter
nicht zugeben, dass ihr dieser eine
Bewerber gut gefällt. Woher denn
sein spitzes Kinn stamme, ob seine
Mutter eine Drossel sei, spottet sie.
Über 1300 Bewerber hat sie bereits
abgewiesen und jeweils mit boshafter
Häme überzogen. Bis ihrem Vater,
dem gutmütigen König, der sich so
nach einem Erben sehnt, der Kragen
platzt und er befiehlt: "Du
wirst einen Bettler heiraten!".
Das ist die (zweite)
Chance für Drosselbart, der als
Bettler verkleidet seine Herzensdame
zur Frau und diese mit in seine
bescheidene Waldhütte nimmt. Dort
erwartet die Bettlerfrau mit den
Divenallüren der triste Alltag:
Kochen, Putzen, Spinnen, einen Korb
flechten. Und sie muss erkennen:
"Ich bin dumm. Nichts kann ich.
Keiner liebt mich."
In Letzterem irrt sie
gewaltig, denn ihr Mann liebt sie von
ganzem Herzen. Mit "König
Drosselbart" brachte das theater
im e.novum bereits sein neuntes
Märchen auf die Bühne. "Es ist
mein Lieblingsmärchen", so
Theaterleiterin Margit Weihe,
"nicht nur, weil es von Demut
und Bescheidenheit handelt, sondern
vor allem vom Liebenlernen."
Die 16 Akteure des
Kinderensembles III, das die
diesjährige
Weihnachtsmärchen-Saison eröffnete,
spielen mit Leidenschaft, Herz und
ansteckender Spielfreude. Und sie
überzeugen: Carlotta Karrasch
(Prinzessin) und König Drosselbart
(Niklas Winkelmann) als Paar auf dem
Wege zur Liebe ebenso wie die zwei
Zofen Hannah Sprenger und Theresa
Maiwald, die das Geschehen begleiten
und kommentieren. Auch die
"kleineren" Rollen wie die
der drei Marktfrauen (Josefien de
Leu, Antonia Schneider, Svea Kruk)
leben von ihren eigenen Charakteren,
wie auch die Rollen der fünf Freier.
Polternd, schusselig, aufgeblasen und
vergesslich: Nils Sonnenberg,
Valentin Findeisen, Emma Bruns,
Morlynn Matzak und Lotte Pfeiffer.
Herrlich blasiert näselt Marlin
Ernst den Kammerherrn und dem König
(Jakob Iptchiler) nimmt man ab, dass
er die Geduld mit seiner Tochter
verliert. Witzige Wortspiele,
tänzerische Einlagen und große
Liebe zum Detail geben dem Stück
seinen charmanten Zauber. Die
Liedtexte kommen von Martin Klatte,
die Musik selbst von Ulf Manu. Regie
führt Margit Weihe, von der auch der
Text stammt.
Am
22. November spielt das
Kinderensemble IV unter der Regie von
Alexander Krüger. Finanziell wurde
das Ensemble von den Soroptimisten
Lüneburg unterstützt.