Programm Frühjahr 2017

Jeder von uns ist eine einzigartige Erzählung, die fortlaufend zusammengesetzt wird, unbewusst durch, mit und in uns (…) und, nicht zuletzt durch unsere Rede, unsere gesprochenen Geschichten. Biologisch gesehen, unterscheiden wir uns nicht so sehr voneinander; historisch gesehen, als Erzählung ist jeder von uns einzigartig.
(Oliver Sacks)

Verehrtes Publikum,
liebe Gäste und Freunde des theater im e.novum,

Die Zeit rast! Schon wieder ein Jahr vorbei! 2016 verging wie im Flug! Finden Sie nicht auch? Kaum ist das Frühjahr da, ist der kurze Sommer auch schon wieder vorbei und der bunte Herbst wird zum kahlen Winter. Die Kinder werden groß, eine neue Generation Zuschauer (und auch Spieler) wächst heran, und so geht das immer weiter. Und weiter. Und weiter.
Trotzdem bleibt so manches beständig wie große Werk „Don Quijote de La Mancha“ von Miguel de Cervantes (1547 – 1616) , das wohl berühmteste Werk der spanischen Literaturgeschichte, zeigt.
Es wurde insgesamt in 68 Sprachen übersetzt . Im Laufe der Jahre erschienen zahlreiche
Parodien auf den Roman, Verfilmungen des Werkes, Plagiate, gekürzte Fassungen, Comics, Hörbücher und verschiedenste Musikstücke. Die in dem Roman aufgegriffenen
Themen wie Probleme unserer Existenz, die verschiedenen Realitäten des Lebens
oder die Ausgliederung allgemeingültiger Werte für eine funktionierende Gesellschaft sind auch 400 Jahre nach seinem ersten Erscheinen von großer Aktualität. Was ist Traum,  was Wirklichkeit?
Letztes Jahr war Cervantes`400. Todestag …
Auch unser absurdes Stück von Witold Gombrowicz zeigt aktuelle Bezüge auf: Droht durch das Andersartige oder Anders -Sein Gefahr für unsere festgefahrenen Regeln und Gefüge? Und offenbaren sich nicht durch die Anwesenheit des „Besonderen“ unsere eigenen Unzulänglichkeiten? Wie gehen wir mit dem „Fremden“ um?
Das ist auch das Thema bei unserem Puppentheater, welches bei uns im März zu Gast ist.

Es gilt, nach den Worten des neuen zukünftigen Bundespräsidenten Steinmeier ein soziales Miteinander zu schaffen. Wir müssen eine politische Kultur schaffen, in der wir miteinander streiten können, aber respektvoll miteinander umgehen. Dazu kann auch das Theater einen großen Beitrag leisten. Denn Theater vereint Gleichgesinnte und Ungleichgesinnte. Es fordert den Diskurs von Generationen und Kulturen. Es ist ein Ort für Begegnungen, Diskussionen, Kommunikation und Gemeinschaft.

Wenn nämlich letztlich der Vorhang fällt, heißt es nicht, dass das Ferne ganz weit weg ist!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, sehr verehrte Gäste, eine interessante und lehrreiche, aber auch amüsante Zeit 2017 im theater im e.novum


Herzlichst!


Margit Weihe
Theaterleitung